Finale 2, Addios Napoli

Vittorio Emanuele lässt mich nicht los, war mir in Palermo das Spettacolo auf der Strasse seines Namens gewiss, guckt er nun hier von seinem Monument in dynamisch siegesgewisser Reiterpose auf das immerwährende Chaos, den immerwährenden Krach, das immerwährende Etwas! Und ich ihm von meinem B&B auf den Helm! Und finde: Napoli ist das New York Europas!

Fürs erste überfordert mich diese Stadt, Palermo nimmt sich wie ein Vorort aus, hier geht es rauher zu, es ist um vieles lauter, das Durcheinander hat eine Dramaturgie der anderen Art! Also flüchte ich mit der Funicolare auf den Vanero, so ein bisschen Wilmersdorf inmitten der Stadt! Und begrüsse „meinen“Berg, il Vesuvio, von hier oben, ein prächtiger Anblick!
Seine Majestät begleitet mich seit 5 Jahrzehnten, ich bin das 5.Mal in dieser Stadt und es mag ja wie eine Geschichte aus anno tobak klingen: genau vor 50 Jahren als blühende 17 jährige verflüchtigte ich mich mit meinem Freund Max gen Krater vor den Nachstellungen eines überaus lästigen Neapolitaner, wir schliefen ganz oben in unserem R4 – das würde heute wohl so auch nicht mehr geschehen……..die Strasse, die hinauf führt, für traffico publico sicherlich gesperrt, alles hat so seine Zeit!

In der Vorhölle, dem Purgatorium Dantes, befindet man sich zweifelsohne, wenn man auf den Spuren des Tourismus wandelt, in diesem Fall entlang der Spaccanapoli, der 3 km langen Altstadtgasse Richtung Dom mit Abstecher in die Via Gregorio Armenio mit seiner(immer, nicht nur zur Magia del natale) überbordenden Krippenkunst.
Ich versuche das nur ansatzweise und weiche dann ganz schnell nach bewährter Manier in völlig unbelebte Parallelgassen aus……. den Dom kenne ich auch schon und verstehe so garnicht, was die Leute in so hellen Scharen hintreibt?!

Dieses Jahr hat Napoli seine Müllprobleme bestens im Griff! So aufgeräumt und gekehrt kommen die Gassen daher, das ist wahrlich nicht immer so gewesen. Alles atmet noch die Stimmung des Festes, das im Mai 23 gefeiert wurde, als Neapel nach über 30 Jahren wieder Meister der italienischen Fussball-Liga wurde! Maradona wird hoch verehrt, er hatte den Verein in seiner Zeit 2 mal in die Championposition der Liga geschossen, ich muss nachlesen und stelle fest, das er eigentlich Argentinier war!

Balsam auf der Seele des in der Liga der italienischen Städte zu oft schlecht beleumdeter outlaws, wer mehr dazu wissen möchte, hier der link:

http://www.tageschau.de/ausland/europa/italien-neapel-meisterschaft-100.html

Mein persönliches High light bei diesem Besuch allerdings ist: das Museo Madre! Empfehlung von Eva und die muss es wissen! Danke Eva!

Auch hier eine modernes „ memento mori“, ich erlaube mir ein Selbstporträt:

Nach 2 Tagen nur sitze ich beglückt als Teil der ganzen confusione mittenmang auf der Piazza, trinke ein Glas Wein und drücke dieser Stadt die Daumen. Das ihr nämlich die „ Campi Flegrei“und Ihre Majestät nicht um die Ohren fliegen und alle Evakuierungspläne sich selbstredend erledigen! Viel Phantasie bedarf es nicht, um fest zu stellen: diese Stadt wird dann zur größten Mausefalle ever!

Blick von der Terrasse des Museo Madre.

Und wie bestellt ändert sich das Wetter ab mezzogiorno! Morgen gehts nun heim und ich bedanke mich für 4 wunderbare Wochen! Was soll ich noch sagen: mehr geht nicht! Warum Paris?

Anke gez.am 8.12.2023

Streetart in Napoli……